Ich bin wieder da. Und wie! Wie? Verliebt!
Fünf Jahre seit meinem letzten Lebenszeichen? Echt jetzt?! Ja, tatsächlich, fast. Aber jetzt bin ich zurück. Dank Mona*. Denn Mona hat jetzt auch einen Garten. Etwa hundert Meter von meinem entfernt. Und dazu inspiriert hat sie… mein Blog. Das sagt sie zumindest. Und ich glaube ihr das, einfach so. Jedenfalls hat mich ihre freudige Mitteilung motiviert, mich wieder mal dem Blog zu widmen.
Minus ein altes Tischchen, plus kiloweise Schoggi. Deal!
Interessanterweise hat nun Mona auch noch ein ausgedientes Tischchen aus meiner Parzelle. Ich wusste gar nicht, wohin damit. Und so stand es ein paar Wochen an der Parzellengrenze, da, wo es alle sehen konnten, die zu ihrem Garten gingen – jedenfalls alle, die es sehen wollten. Mona wollte. Sie wollte es auch gerne haben. Was ein wunderbarer Zufall. Nun steht das Tischchen also in ihrer Parzelle. Den rostigen Untergrund und die abblätternde grüne Farbe (Bild siehe Beitrag vom 5.4.2021) hat ihr Mann mit Lack konserviert. Gesehen habe ich das aufgehübschte Ding noch nicht, aber ich stells mir wunderschön vor. Patina, in Lack gegossen. Klingt einfach wunderbar.
Und als ob der Freude nicht schon genug wäre, übergiessen mich Mona und ihr Mann quasi auch noch mit Schoggi. Weiss, in kugelform, weiss, rechteckig, mit Mandeln drin. Braun mit Pistazien drin. O Mann, alles, was mein süsses Herz begehrt. Woher wissen die das? Egal, mein Herz hüpft vor Freude. Danke, danke, danke, Mona und Mann!
Und à proppos hüpfendes Herz und à propos süss: Der Frühling ist da, so richtig. Wenn ich meine Parzelle betrete, werde ich zunächst mal geflasht vom betörend süssen Duft des Flieders. Der sollte eigentlich schon lange weg, weil invasiv und nicht heimisch und so, aber er duftet so unglaublich gut. Und sieht auch noch so schön aus. Also verschiebe ich die Gouillotine seit Jahren jeweils vom Frühling auf den Herbst und vom Herbst auf den Frühling. Nun denn.
Die nächsten Schritte führen mich jeweils direkt vors neue mediterrane Beet: Dort blenden mich die lilafarbene Flockenblume und die buttergelben Blüten des Hahnenfusses (ja, auch der muss weg).
Leuchend, lockig, flockig, Flockenblume.
Weiter gehts, vorbei an Borretsch und Kamille, am neuen Sitzplatz (dazu im nächsten Beitrag mehr), an zarten, hellgrünen Kefensprösslingen und dunkelgrünem Kartoffelkraut. Ein Desaster von Tomatenhaus geflissentlich ignorierend, gehe ich weiter, es begleitet mich Akelei in den wunderbarsten Farben und Formen bis zum hintersten Teil des Gartens, und dort! Dort öffnet sich die erste Pfingstrosenblüte. Weinrot, nicht meine Lieblingsfarbe, aber es ist die erste! Die erste des Jahres ist immer so etwas Besonderes, Farbe egal. Denn sie schreit: Der Frühling ist da, und es gibt kein Zurück mehr!
Tadaa! Die erste Pfingstrose öffnet ihre Blüte. Das heisst: Der Frühling ist da.
Und während ich mich über dieses kleine Wunder beuge, was sehe ich da? Ich sehe: Geum! Geumblüten. Dieses seltsame, unscheinbare Kraut habe ich letztes Jahr gesetzt. Im Frühsommer, glaube ich. Ich weiss es nicht mehr genau. Ich weiss nur noch, dass ich kurz nach dem Setzen dachte: Soll ich daran überhaupt Wasser verschwenden? Es sieht so nach nichts aus. Aber ich goss dennoch Wasser darüber, ein wenig zögerlich, ohne Überzeugung, mehr aus Mitleid. Weil, es sah wirklich aus wie ein trauriges, halbvertrocknetes und ganz vergessenes Irgendwas. Im Herbst dachte im Beim Jäten: Ist das was, oder kann das weg? Ich hatte aber keine Lust, noch mehr zu jäten.
Und jetzt hat das Irgendetwas Blüten gemacht! In Pink und Orange, mit Schattierungen in Apricot und Lila. Ich bin verliebt. In meine Geum. So, jetzt ist es raus.
Wie konnte ich so lange ohne Dich leben, Geum? Wo warst Du die ganze Zeit?
Gartenregel Nr. 8: Viele Dinge waren schon immer da, irgendwo im Universum. Du hast sie nur noch nicht gesehen oder gekannt oder erkannt. Aber irgendwann wirft Dir sie das Universum einfach vor die Füsse. Dann musst Du nur noch ihr Potenzial erkennen.
*Mona heisst natürlich nicht wirklich Mona.